Klavierissimo - Maxim Lando

Maxim Lando ist nicht mehr der Zwölfjährige, als der er angekündigt wurde: Seit dem 5. Oktober ist er 13. Aber das hilft nicht entscheidend weiter: Der New Yorker Maxim Lando ist ein Pianist, der ratlos macht, wenn man ihn das erste Mal hört. Er hat eine technische und musikalische Reife, die einem ein bisschen die Sprache verschlägt. Denn man fragt sich, wann er das alles gelernt haben will, zumal er auch noch Mathematik studiert. Das erinnert alles an Kit Armstrong, der nicht viel älter war, als er zum Kissinger KlavierOlymp kam. Aber Maxim Lando ist jetzt schon besser.

Seine Eltern sind beide Musiklehrer. Aber die eigentliche Triebfeder ist in ihm selbst. Nicht nur, weil er immer dann leicht lächelt, wenn’s am schwersten wird, weil er Vergnügen an technischen Herausforderungen hat. Liszts „Leggierezza“-Etüde und Ungarische Rhapsodie Nr. 12 oder Bizets „Carmen“-Variationen“ in der höllischen Fassung von Horowitz spielt er, als wäre es nichts und macht trotzdem noch Musik daraus.

Aber das Sensationelle an Maxim Lando ist sein reifes musikalisches Verständnis. So, wie er Beethovens Sonate op. 31/1 spielt, mit ihren Raffinessen und ihrem Witz in den Ecksätzen und persönlichem Ausdruck im Adagio – das hat ihm kein Klavierlehrer beigebracht; das kommt aus ihm selbst. Oder so, wie er die Schönheiten in Prokofieffs 2. Sonate herausholt, weil er sie nicht plump verdonnert – das zeugt von einem großartigen Darstellungswillen. Sogar Tschaikowskys eher schlichten c-moll Dumka hörte man gebannt zu. Und man war geradezu dankbar, dass Chopins g-moll-Ballade dynamisch etwas schwarz-weiß geriet, dass da noch ein paar Zwischentöne fehlen. Die werden noch kommen.

Maxim Lando hat dieses Jahr im Mai seine 6-jährige Ausbildung an der Juilliard School Pre-College Division abgeschlossen.

 

 

 

Samstag 27.02.2021Aula Wetzikon20:00 UhrFr. 65.- / 50.- / 35.-
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