Aus der Heimat

Egidius Streiff, Violine
Werner Bärtschi, Klavier

Programm

Bedřich Smetana (1824 – 1884) – Aus der Heimat I (1880)
Moderato

Franz Schubert (1797 – 1828) – Sonate für Klavier und Violine a-moll D 384 (1816)
Allegro molto
Andante
Allegro vivace

Johann Sebastian Bach (1685 – 1750) -„Lamento“, aus dem Trio für Clavier und Violine f-moll BWV 1018

Galina Ustwolskaja (1919 – 2006) – Duett für Violine und Klavier (1964)

Franz Schubert – Sonate für Klavier und Violine D-dur D 384 (1816)
Allegro molto
Andante
Allegro vivace

Bedřich Smetana – Aus der Heimat II (1880)
Andantino – Allegro vivo

 

Berühmt ist Bedřich Smetana mit der sinfonischen Dichtung „Mein Vaterland“ geworden. Er besingt darin Mythen und Landschaften seiner tschechischen Heimat. In seinem kammermusikalischen Zyklus „Aus der Heimat“ sind die Stimmungsbilder intimer, wechselnd zwischen Melancholie, schlichten Volksweisen und fröhlichen Tanzmelodien.

Bei Johann Sebastian Bach sind nicht Landschaften hörbar, sondern höchst feinsinnige musikalische Gespräche, Klangreden im wahrsten Sinne. Zum ersten Mal in der Musikgeschichte löst sich in seinen Violinsonaten das Tasteninstrument aus der Rolle der akkordischen Begleitungen. Mit der rechten Hand kommt eine zweite Oberstimme ins Spiel, welche mit der Violinstimme das Zwiegespräch aufnimmt. Bachs musikalische Heimat, die mehrstimmige Komposition erfährt dadurch eine enorme Erweiterung.

Was bei Bach fantasievoll und in immer neuen Variationen umgesetzt wird, konzentriert sich bei Galina Iwanowna Ustwolskaja in einem einzigen Punkt. Ihr Gesamtwerk ist klein, sie schreibt wenige Noten mit höchster Ausdruckskraft und scharfen dynamischen Kontrasten. Als Mensch ist sie geprägt durch ihre sowjetische Heimat unter Stalin und der zunehmenden künstlerischen Isolation. Ihr Duett packt unmittelbar, musikalisch unnachgiebig, aber mit tiefer Beseeltheit.

Schubert fühlte sich nicht wohl in Metternichs Polizeistaat nach dem Wiener Kongress. Er konnte sich zeitlebens kein existenzsicherndes Leben aufbauen. Zuhause fühlte er sich jedoch im Kreise seiner Freunde und in seinen Kompositionen. Mit unglaublicher Produktivität beschrieb er musikalisch die Themen Sehnsucht, Einsamkeit und immer wieder die Wanderschaft.

Wie klingt Heimat? Heimat klingt immer wieder anders!
Ursula Koelner

Freitag 05.06.2020Ref. Kirche Hinwil/Zürich19:30 UhrFr. 65.-/ 50.- / 35.-
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